Die 19 schönsten historischen Passagen in Istanbul

Waren die Passagen der Moderne private Schaufenster-Welten oder große öffentliche Bühnen für die ersten Flaneure der Stadt? Walter Benjamin stellte sich genau diese Frage in seinem unvollendeten Passagen-Werk, als er die Beziehung zwischen Großstadtbewohnern und dem neuen Gesicht ihrer Städte seit dem 19. Jahrhundert untersuchte. In Istanbul entstanden zur selben Zeit ganz ähnliche, zwei Straßen verbindende Bauten – die ersten Einkaufszentren der Türkei, nur wärmer und persönlicher als die Einkaufskomplexe von heute –, und auch wenn ein Teil davon langsam schließt und angeblich zu Hotels werden soll, lohnen 19 von ihnen noch immer einen Besuch: historische Passagen Istanbul, von Beyoğlu über Nişantaşı bis Kadıköy und Sirkeci.

1. Anadolu Pasajı: Paradies für Weißwaren und Stoffe

Historische Passagen Istanbul: Fassade der Anadolu Pasajı in Beyoğlu

Ende des 19. Jahrhunderts ließ Sarıca Ragıp Paşa, Kammerherr von Sultan Abdülhamid II., an der İstiklal Caddesi in Beyoğlu mehrere Passagen bauen – benannt nach den Kontinenten des Osmanischen Reichs: Anadolu (Anatolien), Rumeli (Rumelien) und Afrika. Der Legende nach wollte er irgendwann alle fünf Kontinente vertreten haben.

Dazu kam es nicht mehr. 1909 wurde der Sultan abgesetzt.

Fünf Stockwerke, Stein, italienischer Stil: Auf 830 Quadratmetern verteilten sich 17 Ladenlokale im Erdgeschoss und 20 Wohnungen in den oberen Stockwerken. Einst war die Passage für Weißwaren- und Stoffhandel berühmt. Heute beherbergt sie vor allem eine große Filiale der Schuhkette Flo.

2. Rumeli Pasajı: Vom Stadtpalais zur Passage

Eingang der Rumeli Pasajı an der İstiklal Caddesi

Auf dem Weg von der İstiklal Richtung Galatasaray liegt rechts, in einer schmalen, im Volksmund als „TKP-Gebäude“ bekannten Gasse, die Rumeli Pasajı. Bauherr auch hier: Ragıp Paşa. Ursprünglich 1894 als Stadtpalais errichtet, wurde das Gebäude nach dem Ende seiner Zeit als Wohnhaus zu einem Geschäftshaus mit italienischen Architekturspuren und zwei Eingängen – einem zur İstiklal, einem zu den Straßen Öğüt und Mayacı.

Block C der dreiteiligen Passage wurde innen und außen restauriert und ist heute ein Künstleratelier. Hinter den Accessoire-Ständen am Eingang warteten früher Aufzüge, dahinter trafen sich Stammgäste in Lokalen wie dem Oyuncular Tiyatro Kahve, dem Monalisa und dem Rumeli.

Dann kam, wie bei so vielen Passagen in Beyoğlu, die Hotelwelle. Inzwischen ist die Rumeli Pasajı geschlossen – ein Verlust, über den man sich ruhig ärgern darf.

3. Afrika Pasajı: Das kreuzförmige Oberlicht

Innenansicht der Afrika Pasajı mit kreuzförmiger Deckenöffnung

Ragıp Paşas dritte Investition war die 1905 gegründete Afrika Pasajı, zu ihrer Zeit eines der wichtigen Handelszentren im Viertel. In den unteren Stockwerken wohnten vor allem Levantiner. Eigentlich als Afrika Han bekannt, bildete die Passage einen schmalen Durchgang zwischen der Küçük Parmakkapı und der Büyük Parmakkapı Sokak.

Anders als andere Passagen war sie nie voller Geschäfte. Ihren eigenen Charakter bekam sie durch Lokale wie das Pen Kafe, das Peripetie Bistro und das Hayal Kahvesi, und wer den Blick nach oben richtete, sah eine kreuzförmige Öffnung, die der Passage ihre geheimnisvolle Atmosphäre gab. Heute ist alles mit Netzen verhängt. Die Tür ist verkettet.

Ob daraus wirklich irgendwann ein Hotel wird, wie seit Jahren gemunkelt wird, ist offen.

4. Hazzopulo Pasajı: Die Teepause mit Geschichte

Innenhof der Hazzopulo Pasajı mit Café-Tischen

Wer heute auf der İstiklal eine Pause braucht, biegt durch eine schmale Tür in den Danışman Geçidi ab und setzt sich auf einen der Hocker in der Hazzopulo Pasajı. Sie war schon immer eines der Schwergewichte im Viertel. 1871 ließ der Kaufmann Hacopulo sie bauen: oben Wohnungen, unten Geschäfte. Sogar die Druckerei von Ahmet Mithat Efendi war hier untergebracht. Auch die Jungtürken trafen sich hier.

Zwei große Brände, zwei Restaurierungen – und trotzdem hat der fünfstöckige Bau seinen Glanz bis heute bewahrt, mit inzwischen rund 40 Geschäften, darunter Taschenläden, Schmuckgeschäfte, Buchhandlungen und das Restaurant Hazzo Pulo mit Weinstube.

Allein wegen des Ladens der legendären Hutmacherin M. Katya lohnt sich ein Abstecher.

5. Atlas Pasajı: Heimat der kleinen Bühne

Ladenzeile in der Atlas Pasajı in Beyoğlu

Ihren Namen verdankt die Atlas Pasajı einem der letzten verbliebenen Kinos in Beyoğlu. Gebaut wurde sie 1877, im osmanischen Baustil. Ihr heutiges Erscheinungsbild erhielt sie 1985. Historisch wirkt die Passage trotzdem noch immer, und zwischen ihren 44 Geschäften mit originellen Geschenkartikeln, lässiger Kleidung und handgemachtem Schmuck hat auch die Küçük Sahne ihren Platz, die kleine Bühne des Istanbuler Staatstheaters. Nach der Vorstellung lässt es sich im Sefahathane bei einem Kaffee gut weiterverweilen.

6. Aznavur Pasajı: Mit eigenem Labor

Fassade der neunstöckigen Aznavur Pasajı

Ende des 19. Jahrhunderts mussten zwei berühmte Cafés weichen – das Cafe Commerce von Andrea und das Cafe de Pera von Pandeli Kastranakis. An ihrer Stelle entstand nach und nach die Aznavur Pasajı. Zunächst war sie nur eine halbe Passage. Ihre heutige Form bekam sie 1924, als ein Durchgang unter Aznavurs eigenem Wohnhaus Richtung Tepebaşı hinzukam. Sogar ein Chemielabor gab es. Bis in die 1940er-Jahre befand sich in der im italienischen Stil errichteten Passage das Labor von Alexander Vasiliyadis.

Mit Schals und Mützen im Winter, mit leichten Tüchern im Sommer lockt die neunstöckige Passage bis heute Passanten der İstiklal an, denn rund 28 Geschäfte und zahlreiche Cafés haben hier Platz – im Erdgeschoss vor allem Schmuck, Secondhand-Kleidung und Souvenirs.

Kaum ein Tourist läuft hier vorbei, ohne wenigstens kurz einen Blick hineinzuwerfen.

7. Halep Pasajı: Zwei Theater und ein Kino

Fassade der Halep Pasajı

Über der Tür steht Halep Pasajı, doch Kinofans abseits der Einkaufszentren kennen sie eher als Beyoğlu Pasajı, nach dem gleichnamigen Kino. Auch für Theaterfans hat der Ort einen besonderen Stellenwert. 1989 übernahm der Autor und Regisseur Ferhan Şensoy einen Teil der Anteile am historischen Ses Tiyatrosu und spielt dort bis heute mit seiner Theatergruppe Ortaoyuncular, zusammen mit der Cüneyt-Türel-Bühne des Tiyatro Gerçek.

1885 ließ der Kaufmann M. Hacar aus Aleppo die Passage errichten. 1984 wurde sie abgerissen. Nur die Fassade im Stil der Neorenaissance blieb stehen. Die Erben des damaligen Besitzers Süreyya Paşa ließen die Passage im Tausch gegen Wohnungen neu aufbauen. Heute reihen sich hier Souvenirläden, Schmuckstände, Vintage-Kleidung, Musikgeschäfte sowie Tattoo- und Piercing-Studios, dazu das Krepen Steak für eine Kaffee- oder Essenspause.

8. Elhamra Pasajı: Als Chaplins Film hier lief

Eingang der Elhamra Pasajı

1827 ließ der Genuese Barthelemy Giustiniani an dieser Stelle zunächst ein Theater errichten, das nach seinem Ende 1920 an Zade Sait Bey verkauft wurde, und drei Jahre später entstand im osmanisch-neoklassizistischen Stil die heutige Elhamra. Eine echte Durchgangspassage war sie nie. Den Namen Pasaj verdankt sie dem breiten Korridor, der zu den Läden führt.

Die eigentliche Überraschung war das Elhamra-Kino: Hier feierte Charlie Chaplins Moderne Zeiten in Istanbul Premiere, ebenso wie İstanbul Sokaklarında, der erste türkische Tonfilm überhaupt.

1999 brannte das Kino. Übrig blieben Läden für traditionelle Kleidung, die Medya Kitabevi und der Elhamra Club.

9. Terkos Pasajı: Fabrikverkauf mit Stil

Durchgang der Terkos Pasajı

Gebaut hat die Terkos Pasajı in den 1880er-Jahren die Familie D’Andria. Giraud und Michel D’Andria, selbst Miteigentümer, wohnten damals in einer der Wohnungen über den Läden, und unten zog zunächst das Restaurant von Jorj Ruggieri ein. Weitere Wirte folgten. Ab 1924 betrieb Georges Dassira hier ein Lokal, später übernahm Laszlo Boronkay das Restaurant Çardaş.

Heute ist die Passage, rechts von der İstiklal auf dem Weg zum Tünel, ein wahres Schnäppchenparadies mit Exportüberschuss-Ware bekannter Marken für jedes Budget – und abends übernehmen Lokale wie das Bronx Pi, das Beyzade Restoran und das Salash Fasıl.

10. Beyoğlu İş Merkezi: Labyrinth voller Schnäppchen

Innenansicht der Beyoğlu İş Merkezi im Odakule-Gebäude

Von außen deutet im Odakule-Gebäude kaum etwas darauf hin. Trotzdem gehört die Beyoğlu İş Merkezi, ganz wie die Terkos, zu den wichtigen Adressen zum Einkaufen. Drei Hauptabschnitte, rund 250 Läden und Büros. Wer Theater sucht, ist in der Halep oder der Atlas Pasajı besser aufgehoben; wer Exportüberschuss-Ware zum kleinen Preis will, landet früher oder später hier oder in der Terkos.

Das Gebäude ist, ehrlich gesagt, ein Labyrinth. Wer sich hindurchschlängelt, stößt immer wieder auf Restposten – Kleidung, Accessoires, Taschen, Schuhe und Schmuck jeder Art –, und für eine Pause zwischendurch sorgen das Midpoint und das Ponte Restaurant.

11. Suriye Pasajı: Die Passage der Premieren

Fassade der Suriye Pasajı

Premieren hat diese Passage mehr vorzuweisen als jede andere auf dieser Liste. Hier öffnete mit dem Santral Sineması das erste Kino der Türkei, hier kam erstmals ein Doppelaufzug zum Einsatz. Gebaut wurde sie 1901 vom syrischen Hasan Halbuni Paşa, gemeinsam mit seinem Verwandten Mehmet Abud Paşa, damals Vorsitzender der Istanbuler Handelskammer. Der Architekt Demetre Th. Bassiladis zeichnete die neoklassizistische Fassade. Die 1908 fertiggestellte Passage war das erste Gebäude, das im Erdgeschoss Geschäfte und darüber Wohnungen vorsah, und soll der Überlieferung nach sogar als erstes Gebäude nach dem Palast an Strom und Stadtgas angeschlossen worden sein.

Ursprünglich waren es drei unabhängige Gebäude. Erst später verbanden Brücken sie miteinander und gaben der historisch auffälligen Suriye Pasajı ihr heutiges Gesicht. Kürschner, Secondhand-Läden, Kostümgeschäfte, Accessoire-Stände und der Nachtclub Propaganda halten das Leben in der Passage bis heute am Laufen.

12. Çiçek Pasajı: Die lauteste, duftendste Passage

Innenraum der Çiçek Pasajı mit Tischreihen unter der Kuppel

Seit den 1940er-Jahren reihen sich unter der prächtigen Kuppel in der Mitte die Tische.

Ohne Zweifel ist dies bis heute die lebhafteste, bunteste Passage in Beyoğlu.

Hier stand einst das bei den Sultanen Abdülhamid und Abdülaziz beliebte Naum-Theater. Der große Beyoğlu-Brand von 1870 zerstörte es. Danach kaufte der Bankier Hristaki Zografos Efendi das Grundstück, und sechs Jahre später errichtete der Architekt Cleanthy Zanno an derselben Stelle die Cité de Pera – 24 Geschäfte und 18 luxuriöse Wohnungen im Pariser Stil.

Wo heute der Duft von Meze (einer Auswahl kleiner türkischer Vorspeisen), der Geschmack von Rakı und die Klänge von Fasıl-Musik ineinanderfließen, hieß die Passage zunächst Hristaki Pasajı. Ihren heutigen Namen, Çiçek Pasajı – „Blumenpassage“ –, erhielt sie, als sich in den Waffenstillstandsjahren mehrere Blumenläden ansiedelten. 1978 stürzte der Bau über Nacht ein. Zehn Jahre später stand er wieder, und seitdem empfängt er erneut Gäste.

13. Avrupa Pasajı: Die Passage der Spiegel

Glasdach und Statuen der Avrupa Pasajı

1861 stand an dieser Stelle, zwischen Galatasaray und dem Fischmarkt, zunächst das Theater Jardin des Fleurs. Als es beim Beyoğlu-Brand von 1870 abbrannte, ließ der Grundstücksbesitzer Mr. Scribe die heute berühmte Avrupa Pasajı errichten. Früher saßen hier Knopf- und Gürtelmacher. Der Boden ist bis heute mit Marmor ausgelegt, über jedem der 22 Geschäfte erheben sich zwei weitere Stockwerke, an den oberen Fassaden blicken sich Frauenstatuen gegenüber, und das Dach besteht komplett aus Glas. Ihren zweiten Namen verdankt sie, wenig überraschend, Spiegeln. Die hingen früher zwischen den Läden, weshalb sie bis heute auch Aynalı Pasajı heißt, die „Spiegelpassage“. Heute beherbergt die Avrupa Pasajı Goldschmiede, Antiquitätenhändler, Keramikläden und Modegeschäfte – und das Atelier des bekannten Malers Komet.

14. Tünel Pasajı: Seit den 2000ern wieder gefragt

Fassade der Tünel Pasajı gegenüber der Standseilbahn

Direkt gegenüber dem Ausgang der historischen Tünel-Standseilbahn liegt die auch als Tünel Apartmanları bekannte Passage, die die Sümbül Sokak mit dem Viertel Asmalımescit verbindet: drei neoklassizistische Steinbauten mit einem offenen, T-förmigen Durchgang, errichtet 1883. Ihr erster Eigentümer war ein osmanischer Jude. Zwei der Gebäude sind über die Ensiz Sokağı zugänglich, eines über die Sümbül Sokak, und im Erdgeschoss schmückten korinthische Säulen die Ladenfronten.

Ab den 1960er-Jahren wurde restauriert. Die drei Fassaden verschmolzen zu einer, und aus der Passage wurde eine Art Karawanserei. Als Asmalımescit in den letzten Jahren immer beliebter wurde, entdeckte man sie neu.

Hübsche Cafés und Restaurants prägen sie heute.

15. Markiz Pasajı: Als die Konditorei den Namen gab

Historische Fassade der Markiz Pasajı

Dieses Symbol des alten Beyoğlu öffnete 1840 zunächst als Passage Oriental, genannt Şark Aynalı Pasajı. Perückenmacher, Kürschner und Buchhändler hatten hier ihre Läden. Als die damals berühmte Konditorei Lebon 1940 der Konditorei Markiz Platz machte, besiegelte das – ohne es zu wissen – auch das Schicksal der Passage. Markiz wuchs über die Jahre mit köstlichem Gebäck und prominenten Stammgästen zu einer regelrechten Institution, und als die Passage 2003 restauriert wurde, übernahm sie gleich ihren Namen. Kaum zu glauben, aber ohne die Rettungskampagne des Schriftstellers Haldun Taner wäre hier in den 1970ern fast ein Autoersatzteilladen entstanden.

Seit ihrer Eröffnung brachte die fünfstöckige Passage mit 25 Geschäften stets Leben nach Beyoğlu. Die berühmte Konditorei Markiz ist inzwischen Geschichte. Auch das Lokal, das zuletzt an ihrer Stelle stand, hat wieder geschlossen.

Die Zukunft der mittlerweile über 180 Jahre alten Passage bleibt offen.

16. Tokatlıyan Pasajı: Vom Hotel zur Passage

Fassade der Tokatlıyan Pasajı

Bei dieser Passage lief die Geschichte umgekehrt zu fast allen anderen auf dieser Liste. 1805 kaufte Hacı Krikor Amira Kevorkyan das Grundstück, auf dem die Üç-Horan-Kirche sowie Wohnungen und Geschäfte für armenische Bürger entstanden. Nach dem Brand von 1870 eröffneten hier zunächst Theater und Cafés. Auch sie brannten ab. Daraufhin gründete Tokatlı Mıgırdiç Tokatlıyan Efendi neue Restaurants und Cafés, verschuldete sich aber gegenüber der Kirchenstiftung und wandelte das Gebäude schließlich in ein Hotel um.

Das vom französischen Architekten Alexandre Vallaury entworfene Hotel Tokatlıyan öffnete 1909, überstand zwei Weltkriege, wechselte mehrfach den Betreiber und beherbergte sogar den russischen Revolutionär Leo Trotzki als Gast – bis es 1960 unter der Verwaltung der Üç-Horan-Kirche zu einer Passage mit Büros umgebaut wurde. Heute dominieren Optiker und Modegeschäfte.

17. Reasürans Pasajı: Sehen und gesehen werden

Passage der Milli Reasürans Çarşısı in Teşvikiye

Markt oder Passage? Darüber lässt sich streiten.

Am einfachsten ist es, die Milli Reasürans Çarşısı als moderne Passage zu betrachten. Stammgäste treffen hier ebenso aufeinander wie alle, die sich in Teşvikiye und Nişantaşı gern zeigen, denn die Passage verbindet den Demokrasi Parkı mit Teşvikiye.

Tagsüber öffnen Boutiquen und eine Buchhandlung ihre Türen, abends dagegen verwandeln Lokale wie das Zanzibar, das Corridor, das Touchdown, das On und die Kerem Görsev Caz Bar den Ort in einen Treffpunkt für das Nachtleben.

18. Akmar Pasajı: Die Adresse für Rock und Metal

Ladenzeile der Akmar Pasajı in Kadıköy

Eine ganze Generation traf sich hier und entdeckte Rock- und Metal-Musik. Die Polizei durchsuchte die Akmar Pasajı in Kadıköy immer wieder wegen angeblicher „satanistischer“ Treffen. Die Presse berichtete entsprechend reißerisch. Die Wahrheit war deutlich weniger spektakulär: Es ging um Musik. Hier fand man Kassetten und CDs von Bands, die sonst kaum erhältlich waren, dazwischen Läden für Musikinstrumente und originale Zubehörteile sowie Antiquariate, in denen Sammler stundenlang stöberten.

Mit der Zeit verschwanden Musikgeschäfte und Antiquariate und machten Lehrbuchhändlern Platz.

Wer den Geist jener Zeit noch einmal spüren will, sollte trotzdem vorbeischauen.

19. Doğubank Pasajı: Das Herz der Elektronikbranche

Fassade der Doğubank Pasajı gegenüber dem Bahnhof Sirkeci

Während ringsum ein Technomarkt nach dem anderen öffnet, hält sich die Doğubank Pasajı mit aller Kraft. Einst war sie ein Paradies für Elektronik aus Fernost. Hier schlug das Herz des Marktes. Seit 1955 bietet die Passage gegenüber dem Bahnhof Sirkeci günstige Preise, und viele stellten sich hier den eigenen Computer zusammen, Monitor von der einen, Gehäuse von der anderen Marke – besonders in den Jahren, als das noch populär war.

Quellen: Walter Benjamin, Das Passagen-Werk (Wikipedia), Markiz-Passage (Wikipedia)

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