Istiklal Straße Istanbul Geschichte: 15 Fotos im Vergleich

Nicht nur rund um den Taksim-Platz, sondern in ganz Istanbul fällt einem die Istiklal Straße als eine der ersten Adressen ein. Endlose Menschenmengen, Straßenkünstler, eine leicht angegraute Pracht: Das prägt den Weg vom Tünel bis zum Taksim-Platz bis heute. Früher allerdings sah die Allee ganz anders aus. Und zwar deutlich anders, wie die 15 Fotos dieser Istiklal Straße Istanbul Geschichte zeigen.
1. Neun Stadtteile liegen an der Istiklal Straße
Vom Tünel bis zum Taksim-Platz führt die Istiklal Straße durch Beyoğlu, einen der ältesten Stadtteile Istanbuls. Neun einzelne Stadtteile durchquert sie dabei. Und weil die Allee rund 74 Meter über dem Bosporus liegt, fallen die meisten Seitenstraßen steil zum Wasser hin ab. Das merkst du spätestens, wenn du eine davon wieder hochläufst.

2. Istiklal Straße Istanbul Geschichte: Galatas Erbe
Alles beginnt mit Galata. Zur byzantinischen Zeit war das eine ummauerte genuesische Kolonie am gegenüberliegenden Ufer des Goldenen Horns, und auf sie geht der heutige Straßenverlauf zurück. Lateinische Gemeinden, katholische Kirchen, Klöster: Sie alle siedelten sich innerhalb dieser Mauern an und legten damit den Grundstein für das spätere Pera.

3. Pera: der Name für den Hügel am Goldenen Horn
Der Hang gegenüber dem Goldenen Horn hieß Pera. Fast die gesamte Bevölkerung Galatas lebte innerhalb seiner Stadtmauern. Der Name hielt sich über Jahrhunderte. Manche ältere Karten und Reiseführer verwenden ihn bis heute anstatt Beyoğlu. Als Istanbul unter osmanische Herrschaft kam, wurden Galatas Handelsbeziehungen und rechtliche Sonderstellungen nur noch stärker. Den lateinischen Bewohnern wurden die alten Mauern zu eng, also begannen sie, sich an den Hängen zum Bosporus und zum Goldenen Horn anzusiedeln, weit über die ursprüngliche Kolonie hinaus.

4. Migration im 15. Jahrhundert verändert Pera
Mit den Migrationswellen des 15. Jahrhunderts kamen mehr muslimische Siedler nach Pera, doch ihre Zahl wuchs lange nicht so schnell wie die bereits etablierte nicht-muslimische Bevölkerung.

In Pera siedelten sich viele im Ausland geborene Bewohner an. Lokale und Klubs nach ihrem Geschmack folgten. Hier bewahrten sie ihre eigenen Bräuche und ihr eigenes Nachtleben, und so gewann das Viertel einen kosmopolitischen Ruf, der das Imperium selbst überlebte.
5. Das 19. Jahrhundert prägt die moderne Form
Im 19. Jahrhundert nahm die Istiklal Straße eine Gestalt an, die der heutigen schon sehr nahekommt: eine lange, gerade Allee, gesäumt von prachtvollen Gebäuden. Botschaften, Theater, Wohnhäuser: Vieles aus dieser Zeit steht noch immer an der Strecke. Ein Beispiel? Das sechsstöckige Siniossoglou-Apartmenthaus aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, unten Läden, oben Wohnungen. Seit 2011 beherbergt es das Kulturzentrum Salt Beyoğlu.

6. Osmanische Eliten prägten die Architektur
Viele der Gebäude entlang der Istiklal Straße entstanden sowohl für die junge intellektuelle Schicht des Osmanischen Reichs als auch für seine nicht-muslimischen Bewohner. Man sieht es sofort: Die Architektur wirkt deutlich europäisch.
Neoklassizistische Fassaden, Jugendstil-Details: Diese Mischung zählt bis heute zu den größten Anziehungspunkten der Straße für Besucher.

7. Die Republik-Ära ließ die Straße unverändert
Nach Gründung der Republik 1923, als die Allee den Namen „İstiklal“ (Unabhängigkeit) erhielt, entwickelte sich ihr äußeres Erscheinungsbild über Jahrzehnte ohne große Umbrüche weiter. Die osmanischen Bauten blieben größtenteils erhalten.

8. In den 1960ern fuhren noch Autos über die Straße
Kaum zu glauben, wenn du dich heute durch das Gedränge schiebst: Bis in die 1960er-Jahre war die Istiklal Straße für den normalen Autoverkehr geöffnet, und die Fußgängerzone, die Besucher heute kennen, kam erst später.

9. Die historische Tram: Symbol der Istiklal Straße
Die alte rote Tram gehört bis heute zu den bekanntesten Merkmalen der Istiklal Straße. Und ja, sie fährt noch. Anders als manche ältere Quellen behaupten, hat sie ihren Dienst nicht vollständig eingestellt: Istanbul reaktivierte die Linie Anfang der 1990er-Jahre als nostalgische Strecke über die gesamte Länge der Allee – heute vor allem als Attraktion für Besucher, nicht mehr als Pendlerverkehr.

10. Die 1990er gelten als die schönsten Jahre
Viele langjährige Besucher nennen die 1990er und frühen 2000er die besten Jahre der Istiklal Straße. Bäume, Menschenmengen, Straßenleben: alles auf dem Höhepunkt. Wer die Allee damals erlebt hat, beschreibt sie noch immer als die lebendigste und grünste Version, die es je gab. Wie viel davon Nostalgie ist, lässt sich schwer sagen.

11. Pflasterarbeiten begannen ab etwa 2010
Ab etwa 2010 wurde das Kopfsteinpflaster der Allee immer wieder ausgetauscht, und die Dauerbaustelle wurde damals zu einem eigenen kleinen Medienthema. Nicht ohne Grund. Auch die Bäume traf es. Sie wurden in dieser Zeit stark zurückgeschnitten, was das Erscheinungsbild der Straße veränderte.

12. Der Anschlag 2016 leerte die Allee sichtbar
Nach einer Serie von Anschlägen in Istanbul 2016 blieben auf der Istiklal Straße, die sonst nie ohne Menschen ist, die Besucherzahlen für eine Zeit merklich zurück.
Im November 2022 traf ein zweiter, noch tödlicherer Anschlag dieselbe Allee. Sechs Menschen starben. Erst allmählich kehrten Sicherheit und Fußgängerverkehr zurück.

13. Eine ruhige Istiklal Straße als neue Normalität
Dieses Foto zeigt, wie leer die Istiklal Straße eine Zeit lang aussehen konnte: Dieselbe Allee, auf der sonst rund um die Uhr Betrieb herrschte, stand auffällig still. Ein scharfer Kontrast. Heute ist dort wieder kaum ein Durchkommen.

14. Granit und Kunstrasen bei der Renovierung
Ein jüngeres Renovierungsprojekt erneuerte Teile der Istiklal Straße mit Granitpflaster und Kunstrasen. Kunstrasen, auf der Istiklal Straße, ja, wirklich. Dahinter steckt eine laufende Initiative. Ihr Ziel ist ein moderneres Erscheinungsbild der Allee.

15. Die heutige Istiklal Straße sucht ihre Form
Nachdem die Renovierungsarbeiten ausliefen, hat sich die Istiklal Straße in die Version eingefunden, die die meisten Besucher heute sehen: modernes Pflaster, eine fahrende nostalgische Tram und dieselben nie enden wollenden Menschenmengen. Wer zum ersten Mal hier ist, kennt nur diese Version. Langjährige Besucher dagegen vergleichen unweigerlich mit der grüneren Allee der 1990er, vor dem Rückschnitt der Bäume. Hat sich der Tausch gelohnt? Das entscheidest du am besten selbst, auf einem Spaziergang vom Tünel bis zum Taksim-Platz.

Quellen: İstiklal Caddesi – Wikipedia, 2022 Istanbul bombing – Wikipedia, Salt Beyoğlu – Salt




















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