Die 14 schönsten Cafés zum Lesen in Istanbul

Wer dem Trubel von Istanbul entkommen will, um in Ruhe ein Buch zu lesen, findet in der Stadt mehr stille Ecken, als man denkt. Keine davon verlangt eine halbe Tagesreise. Ein Budget wie im Nobelhotel auch nicht. Von Teegärten über Parks bis zum Strand: Die besten Cafés zum Lesen Istanbul-weit sind oft gar keine Cafés, sondern Orte, die sich jederzeit in deine persönliche Leseecke verwandeln.
1. Moda-Teegarten: Seiten mit Meerblick

Moda gehört zu den schönsten Ecken von Kadıköy. Hier sitzen alle aus demselben Grund: Ruhe. Im Moda-Teegarten (Moda Çay Bahçesi) trinkst du deinen Tee mit Blick aufs Meer, isst dazu einen Simit, und rings um dich blättern Leser jeden Alters in ihren Büchern. Schick ist hier nichts, und genau das ist der Punkt. Plastikstühle, der Wind in den Ohren, ein fast perfekter Blick aufs Wasser – so günstig findet man das selten.
2. Burgazada-Teegarten: die Insel der Schriftsteller

Unter den Prinzeninseln (türk. Adalar) ist Burgazada die ruhigste, grünste und für viele die schönste. Kein Zufall, dass der türkische Schriftsteller Sait Faik Abasıyanık sie über alles liebte. Er hat ihr zahlreiche Erzählungen gewidmet. Wenige Schritte vom Anleger entfernt liegt ein Teegarten direkt am Wasser, wo du den grünen Hügeln gegenüber sitzt und in Ruhe liest – wobei sich die ersten Seiten ohnehin schon unterwegs auf dem Wasser umblättern lassen. Die Fährfahrt allein lohnt sich.
3. Pierre-Loti-Hügel: Istanbul aus neuer Perspektive

Erst geht es mit der Seilbahn (Teleferik) hinauf, dann stehst du auf dem Pierre-Loti-Hügel (Pierre Loti Tepesi) im Stadtteil Eyüp. Mitten in Istanbul. Und doch an einem völlig anderen Ort.
Wer die Wahl hat, kommt an einem Wochentag. Am Wochenende wird es hier deutlich voller – und die Ruhe entsprechend knapper.
4. Gülhane-Park: eine Seite zwischen den Bäumen

Jede Ecke des Gülhane-Parks (Gülhane Parkı) wirkt wie ein Stück vom Paradies. Besonders an Wintertagen. Wenn die Sonne dann für ein paar Stunden Wärme schenkt, ist der Park ein fast perfekter Ort für ruhiges Lesen. Gehst du den Weg weiter hinauf zum Archäologischen Museum Istanbul (İstanbul Arkeoloji Müzeleri), verliebst du dich auch in dessen Innenhof und willst dort gleich ein paar Seiten weiterlesen. Mitten im Park liegt die Ahmet-Hamdi-Tanpınar-Literaturmuseumsbibliothek (Ahmet Hamdi Tanpınar Edebiyat Müze Kütüphanesi). Der Eintritt ist kostenlos.
5. Yeniköy-Café: Wärme am Ufer des Bosporus

Über ein paar Stufen durch dichtes Grün erreichst du das Yeniköy-Café (Yeniköy Kahvesi) direkt am Bosporus-Ufer. Im Sommer ist es überall schön. Im Winter aber hat der Teil mit dem Kamin einen ganz eigenen Charme. Ein Detail noch: Kartenzahlung war hier zuletzt nicht möglich – ob sich das inzwischen geändert hat, lässt sich schwer sagen. Pack also neben dem Buch sicherheitshalber etwas Bargeld ein.
6. Baylan-Konditorei: Lesen in klassischer Ruhe

Die Baylan-Konditorei (Baylan Pastanesi) ist eines der historischen Symbole von Kadıköy. Ihr Hintergarten ist vom Straßenlärm komplett abgeschirmt – einer der seltenen Orte, an denen man den Kopf frei bekommt und sich nur noch auf das Buch konzentriert, während draußen die Stadt weiterlärmt. Dazu passt der klassische Kup Griye, eine Karamell-Nuss-Süßspeise. Oder einfach nur Getränk und Buch. Der Unterschied zum Moda-Teegarten liegt auf der Hand: Dort liest du mit Meerblick und Wind in den Ohren, hier im abgeschirmten Hintergarten – wer sich schwer konzentriert, ist bei Baylan besser aufgehoben.
Selbst wenn es voll wird: Laut wird es hier nie.
7. Çınaraltı-Teegarten: Istanbuler Nostalgie

Wer ein bisschen Istanbuler Nostalgie sucht – etwa ein Börek vom Nachbarladen kaufen und damit ans Bosporus-Ufer gehen – findet im historischen Çınaraltı-Teegarten (Çengelköy Tarihi Çınaraltı Çay Bahçesi) immer offene Türen. Langeweile kommt hier nicht auf. Frühstücken, Tee trinken, direkt gegenüber der Brücke in aller Ruhe lesen: So vergeht locker ein ganzer Tag.
8. Bebek-Café: Ruhe mitten im eleganten Viertel

Ein verbreiteter Irrtum: Ruhige Leseorte am Bosporus müssen teuer sein. Müssen sie nicht. Das Café im Stadtteil Bebek, einem der schönsten und feinsten Viertel entlang des Bosporus, schenkt dir Ruhe mitten im Herzen Istanbuls. Bist du Frühaufsteher? Dann lohnt sich der Besuch in den frühen Morgenstunden am meisten.
9. Caddebostan-Strand: Seiten im Sand

Mehrere Kilometer lang zieht sich der Caddebostan-Strand (Caddebostan Sahili), einer der wenigen Strände Istanbuls ohne Autoverkehr. Leg dich ins Gras. Oder setz dich ans Wasser und lies stundenlang. Ist dir nach Trubel, mischst du dich kurz unter die Menge und ziehst dich danach wieder in deine Ruhe zurück – und mit Campingstuhl oder Decke im Gepäck spürst du vom ersten Moment an, dass Istanbul auch ganz entspannt geht.
10. Nazım-Hikmet-Kulturzentrum: Bücher und Zeitungen

Unter den tausend Gründen, Kadıköy zu lieben, ist das Nazım-Hikmet-Kulturzentrum (Nazım Hikmet Kültür Merkezi) einer der schönsten. Ob gerade viel oder wenig los ist, spielt kaum eine Rolle. Der Garten ist im Sommer schön. Drinnen ist es im Winter gemütlich, und in beiden Fällen lassen sich Stunden mit Buch und Tee oder Kaffee verbringen.
Buch ausgelesen? In den Ecken warten noch Zeitungen und Zeitschriften.
11. Innenhof der Blauen Moschee: spirituelle Stille

Außerhalb der Gebetszeiten, besonders gegen den Abend hin, bietet dir der Innenhof der Blauen Moschee (Sultanahmet Camisi) eine Ruhe, die man sonst kaum findet. Café-Komfort oder Meerblick gibt es hier nicht, aber die Weite des Platzes beruhigt so sehr, dass du gar nicht merkst, wie die Zeit vergeht und die Seiten sich füllen. Buch und klarer Himmel reichen völlig. Nüchtern, aber wichtig: Die Moschee ist ein aktives Gotteshaus, beim Betreten gilt ein respektvoller Dresscode.
12. Fenerbahçe-Park: dichter Schatten in der Stadt

Der Fenerbahçe-Park (Fenerbahçe Parkı) ist einer der wenigen Parks mitten in Istanbul, die so viele Bäume auf einer Fläche vereinen und dabei zugleich komfortabel und ruhig bleiben. Gehst du Richtung Meer, weht stets eine angenehme Brise. Schiffe ziehen vorbei. Tee oder Kaffee holst du dir am nahen Kiosk und liest dann auf den Holzbänken, oder du ziehst ins Romantika-Café (Romantika Kafe) im Park um, wenn du mehr Komfort willst.
13. Fethi-Paşa-Hain: Bosporus-Blick von oben

Der Fethi-Paşa-Hain (Fethi Paşa Korusu) ist ein idealer Rückzugsort für alle, die im Stadtteil Üsküdar leben.
Oben begeistert der Bosporus-Blick. Weiter unten, zwischen den dichten Bäumen, versinkst du ganz bescheiden und in aller Ruhe in deinem Buch.
14. Ulus-Park: der schönste Bosporus-Blick

Den Ulus-Park (Ulus Parkı) meidet man an Wochenenden besser. Zu viel Andrang. Dafür bietet er einen der besten erhöhten Blicke auf den Bosporus in ganz Istanbul. Du kannst oben im Café sitzen oder für mehr Ruhe etwas weiter unten ins Grüne gehen – lesen lässt es sich an beiden Stellen gut.
Cafés zum Lesen Istanbul: häufige Fragen
Kosten diese Orte etwas? Kaum. Die meisten sind Teegärten, Cafés oder öffentliche Parks ohne Eintritt; bezahlt wird nur, was du bestellst.
Braucht man eine Fähre für die Prinzeninseln? Ja, Burgazada erreichst du nur per Fähre. Und wie schon gesagt: Die Überfahrt ist kein Umweg, sondern gehört zum Lesen dazu – die ersten Seiten sind oft schon umgeblättert, bevor das Schiff anlegt.
Sind diese Orte das ganze Jahr geeignet? Die Teegärten und Strände eignen sich vor allem von Frühling bis Herbst. Innenräume wie das Yeniköy-Café mit Kamin oder das Nazım-Hikmet-Kulturzentrum funktionieren auch im Winter gut.
Quellen: Offizielle Seite des Nazım-Hikmet-Kulturzentrums, İBB Kültür A.Ş. – Kulturportal der Stadt Istanbul: Ahmet-Hamdi-Tanpınar-Literaturmuseumsbibliothek, Muze.gov.tr – Museumsportal des Ministeriums für Kultur und Tourismus der Türkei




















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