31 historische Sehenswürdigkeiten Istanbul entdecken

Istanbul verbindet zwei Kontinente. Hauptstadt war die Stadt gleich für zwei Weltreiche, das byzantinische und das osmanische. Kaum eine andere Stadt trägt so viel Geschichte in ihren Straßen, und beim Thema historische Sehenswürdigkeiten Istanbul fällt jede Liste entsprechend lang aus. Hier sind 31 Orte, an denen du dieser Geschichte auf Schritt und Tritt begegnest – von weltberühmten Palästen bis zu stillen Ecken, die selbst manche Istanbuler erst spät entdecken.

1. Kız Kulesi (Mädchenturm)

Der Mädchenturm im Bosporus vor der Skyline von Istanbul

Die Legende um den Turm ist weithin bekannt. Seine Größe dagegen überrascht fast jeden, der zum ersten Mal mit der Fähre daran vorbeifährt: Aus der Ferne wirkt er klein, aus der Nähe deutlich massiver. Heute wird er kommerziell als Restaurant und Café genutzt. Am Symbolwert für Istanbul ändert das nichts.

2. Çinili Köşk (Fliesenpavillon)

Der Çinili Köşk mit seiner reich verzierten Fassade

Fatih Sultan Mehmed II. ließ diesen Jagdpavillon ohne religiösen Zweck errichten.

Er entstand kurz nach der Eroberung Istanbuls und gilt, abgesehen von den Mauern und Toren des Topkapı-Palasts, als ältestes weitgehend unverändertes Bauwerk der Stadt.

3. Yerebatan-Zisterne (Basilika-Zisterne)

Die Säulenhalle der Yerebatan-Zisterne im Lichtspiel

Direkt westlich der Hagia Sophia liegt die größte überdachte Zisterne Istanbuls. Feucht und kühl ist die Luft hier. Und im Wasser? Da schwimmen bis heute auffällig große Fische.

Praktischer Tipp: Zisterne, Gülhane-Park und Hagia Sophia liegen so dicht beieinander, dass sich alle drei an einem Nachmittag verbinden lassen.

4. Haseki-Hürrem-Sultan-Hamam

Das historische Haseki-Hürrem-Sultan-Hamam zwischen Hagia Sophia und Blauer Moschee

Zwischen der Hagia Sophia und der Blauen Moschee steht dieses historische Hamam. Sultana Hürrem ließ es zwischen 1556 und 1557 von Mimar Sinan errichten, dem berühmtesten Baumeister seiner Zeit.

5. Sultanahmet-Moschee (Blaue Moschee)

Die Blaue Moschee mit ihren markanten Minaretten

Kein Istanbul-Besuch ohne dieses Bauwerk: Reisende sprechen fast immer zuerst über sie.

Entworfen hat sie der Architekt Sedefkâr Mehmed Ağa, und wegen ihrer blauen İznik-Fliesen im Innenraum trägt sie inoffiziell den Namen Blaue Moschee. Sie ist dabei weit mehr als nur eine Moschee – zur Anlage gehören auch eine Koranschule, ein Hamam und weitere Gebäude.

6. Soğuk Çeşme Sokağı (Straße der kalten Quelle)

Die restaurierten osmanischen Holzhäuser der Soğuk Çeşme Sokağı

Die Gasse führt vom Topkapı-Palast hinunter zum Gülhane-Park, gepflastert mit unterschiedlichsten Kopfsteinen und flankiert von restaurierten osmanischen Holzhäusern. Autos dürfen hier nicht hinein. Sie taucht in den meisten Listen historischer Sehenswürdigkeiten Istanbuls kaum auf, lohnt sich aber trotzdem: Hier wohnte einst Fahri Korutürk, ehemaliger Flottenkommandant und sechster Staatspräsident der Republik.

7. Hagia Sophia

Die Kuppel der Hagia Sophia von innen – historische Sehenswürdigkeiten Istanbul

Fast anderthalb Jahrtausende steht dieses Bauwerk schon.

Dass die älteste dokumentierte Restaurierung ausgerechnet von Mimar Sinan stammt, gilt als einer der Gründe, warum die Hagia Sophia so lange überlebt hat. Hinzu kommt ihr Fundament, das vollständig im Grundwasser sitzt und dadurch Erdbebenwellen abfedert – ein glücklicher Zufall der Baugeschichte.

8. Gülhane-Park

Alte Walnussbäume im Gülhane-Park

Alte Walnussbäume prägen diesen Park, einen der ältesten Istanbuls. Früher trafen sich hier Dichter und Musiker, heute ist er vor allem für eines ideal: ein Eis in der Sonne.

9. Dolmabahçe-Palast

Die symmetrische Fassade des Dolmabahçe-Palasts am Bosporus

Zwischen Beşiktaş und Eminönü liegt dieser Palast, dessen auffälligstes Merkmal seine fast schon übertriebene Symmetrie ist. Hier tagte das erste osmanische Parlament. Für den Empfangssaal sollen rund 100 Kilogramm Gold verarbeitet worden sein – eine Zahl, die beim ersten Lesen kaum zu glauben ist. Verwaltet wird der Palast heute von den Nationalen Palästen der Türkei (Milli Saraylar), über deren Website du auch Tickets und aktuelle Besuchsinfos bekommst.

10. Festung Rumeli Hisarı

Die Festungsmauern der Rumeli Hisarı über dem Bosporus

Lange hat die Festung im Istanbuler Stadtteil Sarıyer Konzerte und Veranstaltungen beherbergt. Mittlerweile ist sie dafür geschlossen. Fatih Sultan Mehmed II. ließ sie noch vor der Eroberung Istanbuls bauen, um Angriffe aus dem nördlichen Bosporus abzuwehren, und oben an den Zinnen ist der Blick bis heute grandios. Die Stufen sind allerdings rutschig, also Vorsicht.

11. Yedikule-Festung (Festung der sieben Türme)

Die Türme der Yedikule-Festung in der Abendsonne

Eines der ältesten Freilichtmuseen der Türkei und für Geschichtsinteressierte ein fester Programmpunkt. Der Name klingt nach einem Kerker. Das täuscht. Gebaut wurde die Festung nämlich, um fremde Könige und Würdenträger, die Byzanz besuchten, mit einem repräsentativen Empfang zu beeindrucken.

12. Beylerbeyi-Palast

Der Beylerbeyi-Palast am asiatischen Bosporus-Ufer

1865 entstand dieser Palast als Gästehaus für ausländische Besucher. Rund 5.000 Arbeiter waren beteiligt. Damit die Motivation nicht nachließ, soll eigens eine 400-köpfige Musikergruppe für sie gespielt haben. Fertig war der Bau angeblich schon nach vier Jahren – eine Geschichte, die man kaum glauben möchte, aber gerne weiterträgt.

13. Çırağan-Palast

Der Çırağan-Palast entlang der Bosporus-Promenade

An der belebten Çırağan Caddesi in Beşiktaş liegt dieser Palast. Im 17. Jahrhundert hieß er zunächst „Kazancıoğlu-Gärten“, zeitweise auch „Beşiktaş-Palast“. Den heutigen Bau ließ Sultan Abdülaziz errichten; inzwischen beherbergt er mehrere Luxusrestaurants und ist eine gefragte Adresse für Hochzeiten und Feiern.

14. Yıldız-Palast

Der Yıldız-Palast mit seinem weitläufigen Parkgelände

Ursprünglich ließ Sultan Selim III. den Palast für seine Mutter Mihrişah Sultan anlegen. Über die Jahrhunderte wurde die Anlage geplündert und bis auf die Gartenzäune ausgeräumt – trotzdem fand hier die erste Kinovorführung der Türkei statt. Eine beeindruckende Bibliothek gehört bis heute dazu.

15. Großer Basar

Die gewölbten Gänge des Großen Basars

Mitten zwischen den Vierteln Beyazıt, Nuruosmaniye und Mercan liegt der größte und einer der ältesten überdachten Basare der Welt. Rund 91 Millionen Besucher kommen jährlich hierher. Innerhalb seiner Mauern finden sich 5 Moscheen, eine Koranschule, 7 Brunnen, 10 Zisternenbrunnen, ein Sebil, 24 Tore und 17 Karawansereien. Als Gründungsjahr gilt 1460, als Fatih Sultan Mehmed II. mit dem Bau begann.

16. Ägyptischer Basar

Die Gewölbegänge des Ägyptischen Basars mit Gewürzständen

Der Basar liegt hinter der Yeni Camii in Eminönü, direkt neben dem Blumenmarkt, und der Überlieferung nach stand an derselben Stelle schon zu byzantinischer Zeit ein Markt namens Makros Embolos. Die heutige Form stammt von 1660. Damals beauftragte Turhan Sultan den Hofarchitekten Kâzım Ağa. Wegen der räumlichen Nähe und der ähnlichen Bauweise verwechseln Reisende ihn gern mit dem Großen Basar – das sei an dieser Stelle einmal klargestellt. Der Große Basar ist mit seinem Baubeginn 1460 der deutlich ältere der beiden, der Ägyptische Basar in seiner heutigen Form rund zwei Jahrhunderte jünger.

17. Tekfur-Palast

Die Fensterfassade des byzantinischen Tekfur-Palasts

Im Istanbuler Viertel Edirnekapı grenzt dieser Bau direkt an die Stadtmauern zwischen Edirnekapı und Eğrikapı an. Ein eigenständiger Palast? Eher ein Anbau. Angeblich entstand er im 10. Jahrhundert unter dem byzantinischen Kaiser Konstantinos Porphyrogennetos als Residenz, belegen lässt sich das wegen des Verschleißes des Gebäudes aber nicht mehr sicher.

18. Eyüp-Sultan-Moschee

Der Innenhof der Eyüp-Sultan-Moschee

Der Name verrät schon den Ort: Sie liegt im Stadtteil Eyüp. Fatih Sultan Mehmed II. ließ die Moschee 1458 errichten; nach einem Erdbeben wurde sie erst 1800 von Uzun Hüseyin Efendi wieder aufgebaut.

19. Hidiv-Kasrı (Khediven-Villa)

Die weiße Villa des Hidiv-Kasrı mit Blick auf den Bosporus

Auf den Hügeln von Çubuklu im Stadtteil Beykoz steht diese Villa, die Abbas Hilmi Pascha 1907 errichten ließ.

Mit ihrem einzelnen Turm wirkt sie fast wie aus einem Märchen.

20. Topkapı-Palast

Das Tor der Begrüßung mit seinen zwei Türmen am Topkapı-Palast

Wer den Topkapı-Palast vollständig besichtigt, hat fast ein ganzes Istanbul durchquert. So ausgedehnt ist die Anlage. Vom Kaşıkçı-Diamanten bis zu den Reliquien des Propheten Mohammed reicht die Sammlung, und dazu kommt noch der Blick über den Bosporus.

Ein Hinweis für den Besuch: Der Harem schließt deutlich früher als der Rest der Anlage. Also vorher die aktuellen Öffnungszeiten prüfen.

21. Bayezid-Moschee

Die Kuppel und die Minarette der Bayezid-Moschee

Im Viertel Beyazıt steht diese Moschee, die auf Sultan Bayezid II. zurückgeht. Sie gilt als eine der Moscheen mit der ungewöhnlichsten Akustik in ganz Istanbul.

22. Haydarpaşa-Bahnhof

Die Fassade des Haydarpaşa-Bahnhofs am asiatischen Bosporus-Ufer

Abschiede und Wiedersehen prägen die Geschichte dieses Bahnhofs, heute ist er vor allem Schauplatz zahlreicher Festivals.

1908 ging er als Startpunkt der Bagdadbahn in Betrieb und zählt seither zu den wichtigsten Symbolen der Stadt.

23. Galataturm

Der Galataturm über den Dächern von Beyoğlu

Zweifellos eines der bekanntesten Wahrzeichen Istanbuls. Der Legende nach geht sein Ursprung auf einen byzantinischen Leuchtturm aus dem 6. Jahrhundert zurück, den Kaiser Anastasius errichten ließ. Der heutige Turm entstand jedoch erst 1348 unter genuesischer Herrschaft. Während der alliierten Besatzung nach dem Ersten Weltkrieg soll die britische Marine auf seiner Spitze einen kleinen Beobachtungsposten eingerichtet haben, um die entferntesten Winkel der Stadt im Blick zu behalten.

24. Ortaköy-Moschee (Büyük Mecidiye Camii)

Die Ortaköy-Moschee direkt am Bosporus

Offiziell heißt sie Büyük Mecidiye Camii, im Volksmund aber einfach Ortaköy-Moschee, benannt nach ihrem Stadtteil direkt am Bosporus. Sultan Abdülmecid beauftragte 1853 den Architekten Nigoğayos Balyan mit dem Bau im neobarocken Stil. Über eine Treppe erreichst du den Eingang. Zwei einbalkonige Minarette flankieren die Kuppel, deren Wände mit rosa Mosaiken verkleidet sind, während die Außenmauern aus weißem Hausteinquader bestehen. Mihrab und Minbar aus Marmor und Mosaik zeigen eine besonders feine Handwerkskunst.

25. Pierre-Loti-Hügel

Der Ausblick vom Pierre-Loti-Hügel über das Goldene Horn

Seit dem 18. Jahrhundert zieht dieser Hügel die Istanbuler Bevölkerung an, und wer ihn hinaufsteigt, spürt davon noch heute etwas.

Der Ausblick über das Goldene Horn braucht kaum weitere Worte – das Foto spricht hier für sich.

26. Rüstem-Pascha-Moschee

Die kunstvollen İznik-Fliesen der Rüstem-Pascha-Moschee

Rüstem Pascha, der Ehemann von Mihrimah Sultan, der Tochter Süleymans des Prächtigen, ließ diese Moschee für sich bauen. Sein Hang zur Prachtentfaltung? Für heutige Besucher fast ein Glücksfall. Ohne ihn gäbe es diese kunstvollen İznik-Fliesen im Inneren nicht.

27. Aya-Yorgi-Kirche auf Büyükada

Die Aya-Yorgi-Kirche auf dem Hügel über Büyükada

Wer auf die Insel Büyükada fährt, sollte diese Kirche einplanen.

Am 23. April verwandelt sich der Platz am Fuß des Hügels, auf dem sie steht, in einen regelrechten Treffpunkt, denn hartnäckig hält sich der Glaube, dass Wünsche, die man hier äußert, in Erfüllung gehen. Entsprechend findet man in der Vitrine im Inneren zahlreiche kleine Gegenstände wie Uhren oder Ketten, die Besucher dort zurückgelassen haben.

28. Süleymaniye-Moschee

Die Kuppel der Süleymaniye-Moschee bei Nacht

Zwischen 1551 und 1557 ließ Süleyman der Prächtige diese Moschee errichten. Sie zählt zu den bedeutendsten Baudenkmälern des Landes und trägt die höchste Kuppel, die Mimar Sinan je gebaut hat. Während hier die letzten Bauarbeiten liefen, entstand übrigens auch das Haseki-Hürrem-Sultan-Hamam (Nr. 4) – zwei Sinan-Bauten aus denselben Jahren.

29. Britische Krim-Kirche (İngiliz Kırım Kilisesi)

Die neogotische Fassade der Britischen Krim-Kirche in Tophane

Mitten im Stadtteil Tophane, wo man es kaum erwarten würde, taucht diese neogotische Kirche auf. Schon vom Garten aus überrascht ihre Architektur die meisten Besucher. Gebaut wurde sie 1855, und der Überlieferung nach wurden sämtliche verwendeten Steine eigens aus Malta herangeschafft.

30. Bulgarische Sveti-Stefan-Kirche (Eiserne Kirche)

Die gusseiserne Fassade der Sveti-Stefan-Kirche am Goldenen Horn

Entlang des Goldenen Horns, an der Balat Vapur İskelesi Caddesi, steht diese vorgefertigte Kirche, die im Volksmund schlicht „Eiserne Kirche“ heißt – weil sie tatsächlich vollständig aus Gusseisen besteht.

31. Ökumenisches Patriarchat von Konstantinopel (Fener Rum Patrikhanesi)

Das Haupttor des Ökumenischen Patriarchats im Stadtteil Fener

Nach der Eroberung Istanbuls ließ Fatih Sultan Mehmed II. dieses Patriarchat bewusst unangetastet – als Gegengewicht zu einer sich formierenden katholischen Allianz in Europa und als Zeichen seiner Toleranz gegenüber den orthodoxen Christen der Stadt.

Damit endet diese Liste historischer Sehenswürdigkeiten Istanbuls. Einen offiziellen Überblick über die Museen und Baudenkmäler der Stadt bietet die Kultur- und Tourismusdirektion Istanbul. Falls aus deiner Sicht ein Ort fehlt, der unbedingt dazugehört, schreib ihn gerne in die Kommentare.

Quellen: Nationale Paläste der Türkei (Milli Saraylar), Kultur- und Tourismusdirektion Istanbul

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